Woran ich glaube.
Das steht auf einer eigenen Seite, weil es nicht jeden interessieren muss. Aber es soll keiner erst im Gespräch merken.
Mitgefühl ist eine Übung, und man kann sie verlieren
Wenn in einer Familie einer krank wird, ist das Mitgefühl sofort vollständig da. Es wird gekämpft, organisiert, gewacht, und drei Wochen lang gibt es kein anderes Problem auf der Welt. Das muss keiner lernen.
Zwei Straßen weiter funktioniert es nicht mehr. Nicht aus Bosheit — es reicht einfach nicht so weit.
Ich glaube, dass das kein Charakterfehler ist, sondern fehlende Übung. Und dass man sie am schnellsten verliert, wenn man sehr viel Verantwortung trägt, weil dann jeder Tag aus Entscheiden besteht und nicht aus Hineinversetzen. Das ist der Preis von Erfolg, über den keiner redet, und er wird nicht in Geld bezahlt.
Ich war einer von denen, die geredet haben
Ich bin siebenundvierzig. Vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren war ich in den meisten Räumen, in denen ich gesessen bin, einer der Lautesten. Nicht der Klügste — aber der, der sich getraut hat. Achtzig, neunzig Prozent der Anwesenden haben nichts gesagt. Die haben zugehört und sich im Kopf ihr Urteil gebildet.
Heute reden in denselben Räumen neunzig Prozent. Jeder weiß alles, weil jeder alles nachlesen kann, sofort, auf dem Gerät in seiner Hand. Wir stopfen uns den Kopf mit Informationen voll, damit wir mitreden dürfen.
Ich bin inzwischen der Ruhige. Nicht aus Bescheidenheit. Ich muss nicht mehr.
Wissen ist geborgt. Weisheit nicht.
Irgendwann hab ich mich gefragt, woher das eigentlich kommt, was ich weiß. Die Antwort war ernüchternd: von anderen. Alles davon. Ich hab es weitergegeben und mich dabei aufgeführt, als wär's meines.
Was einem selber gehört, kommt nicht vom Lesen. Es kommt davon, dass man Dinge getan und dabei Fehler gemacht hat. Und die wichtigste Erfahrung, die ich hab, ist die: Nicht alles, was ich weiß, stimmt.
Irgendwann hat das Spielen aufgehört
Ich hab mein Leben lang gespielt — Tennis, Tischfußball, Kart, was gerade da war — und ich war meistens gut. Aber nicht, weil ich gewinnen wollte.
Wenn einer im fünften Satz noch laufen konnte und ich nicht mehr, dann hat er gewonnen. Gut. Ich wollte spielen. Gewinnen war das, was nebenbei passiert ist, oder eben nicht.
In der Arbeitswelt ist das genau umgekehrt. Dort ist Gewinnen der Zweck. Größer werden, mehr Umsatz, mehr Reichweite, den anderen vom Platz stellen. Und irgendwann merkst du nicht mehr, dass du seit zwanzig Jahren nicht mehr spielst, sondern nur noch gewinnst.
Ich glaube, das ist der teuerste Verlust von allen, und fast keiner bemerkt ihn. Du merkst nur, dass es anstrengender geworden ist.
Die Antworten sind meistens schon da
Die Leute, mit denen ich red, wissen fast immer, was los ist. Sie haben es nur noch nie laut gesagt, und sie haben sich noch nie dabei zugehört.
Und ich glaube, dass Veränderung nicht von außen kommt. Man kann fünfzehn Werkzeuge ausprobieren — Retreat, Eisbad, Schwitzhütte, Klangschale, Atemtechnik — und jedes bringt ein bisschen was. Aber solange du auf das nächste wartest, hast du die eigene Verantwortung nur weitergereicht: vom Geld zum Guru.
Keine Kopie
Ich biete nichts an, das es schon gibt. Kein Konzept, keine Methode, keine siebzehnte Abwandlung von etwas, das ein anderer erfunden hat.
Wenn das, was ich mache, aus einem Buch käme, könntest du das Buch lesen und dir das Geld sparen.
Und ein Satz, den man belächeln darf
Ich hab ihn irgendwann in den letzten Jahren für mich gefunden, in einer Zeit, in der ich nicht gewusst hab, wie es weitergeht. Er ist einfach genug, dass man darüber lachen kann, und er hat mir mehr geholfen als alles andere.
Was würde die Liebe tun?
Nicht als Esoterik. Als Frage, die du dir stellst, wenn der Kopf am Anschlag ist und du dich gerade über einen Menschen aufregst oder über eine Lage, die du nicht ändern kannst. Fast alles, was uns aufregt, hat mit Menschen zu tun oder mit uns selber. Das Wetter ist, wie es ist. Bei allem anderen kannst du kurz durchatmen und fragen, mit welcher Haltung du da jetzt hineingehst.
Das ist meine liebste Antwort auf die meisten Fragen. Auch in diesem Raum.