Für wen das nichts ist.
Ich schreib das, damit du nicht zwei Stunden brauchst, um es herauszufinden.
Wenn du in einer akuten Krise bist. Das hier ist keine Therapie, keine Krisenintervention und keine Suchtbehandlung, und es ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei akuter Gefährdung: Rettungsdienst 144, Notruf 112, Telefonseelsorge 142. Wenn sich im Vorgespräch zeigt, dass du etwas anderes brauchst, sag ich dir das und nenne dir Menschen, die dafür ausgebildet sind.
Wenn du eine Garantie willst. Es gibt am Ende keinen Maßnahmenplan, keine Präsentation und keine Empfehlung. Ich kann dir nicht sagen, was nach diesen zwei Stunden passiert, weil das nicht an mir liegt.
Wenn du Bestätigung suchst. Ich widerspreche dir nicht, nur um zu widersprechen — aber ich geb dir auch nicht recht, damit es angenehm bleibt. Ich sag dir, was ich sehe. Manche finden das übergriffig. Das kann ich verstehen, und es ändert nichts daran, dass ich es sage.
Wenn dich jemand schickt. Es funktioniert nur, wenn du selber kommen willst. Nicht weil ich streng bin, sondern weil Zuhören eine Beteiligung von zwei Seiten ist.
Wenn du zu zweit kommen willst. Das ist kein Paarformat. Zu zweit entsteht ein anderer Raum mit anderen Regeln, und darin bin ich nicht der Richtige.
Wenn nicht zwei Stunden ungestört möglich sind. Kein Telefon, keine Mails, keiner, der kurz den Kopf zur Tür hereinstreckt. Das ist keine Bitte, das ist die Bedingung. Wenn sie nicht herstellbar ist, kommt das Gespräch nicht zustande.
Wenn du beim Lesen nichts wiedererkannt hast. Auf Woran ich glaube steht, warum es das hier gibt. Wenn dir das fremd vorkommt, zu weich oder zu persönlich, dann ist das kein Urteil über dich. Es heißt nur, dass wir zwei Stunden lang aneinander vorbeireden würden, und dafür ist es zu teuer.
Und was es ist, in einem Satz: zwei Stunden mit jemandem, der nichts zu verlieren hat.